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Geschichte der Wasserversorgung Kemptens

Zahlen rund um das Wasser:

Geschichte der Wasserversorgung Kemptens

1950 - 1973

Ein Wirtschaftswunder, aber lange kein Wasserwunder

Nach der Initialzündung Währungsreform - Einführung der D-Mark 1948 - begann in Deutschland die Phase des "Wirtschaftswunders" - auch in Kempten. Es setzte eine Jahrzehnte lange rege Bautätigkeit ein, für die es in der Geschichte kein Beispiel gab. Die Bevölkerung wuchs und die Suche nach Trinkwasser wurde intensiv fortgesetzt.

"Es ist daher klar, dass in Kempten empfindlicher Wassermangel eintreten wird, sobald die Quellschüttungen etwas zurückgehen. Die Erweiterung der Wasserversorgungsanlage ist daher äußerst vordringlich." Das Bayerische Landesamt für Wasserversorgung gab 1949 eine positive Stellungnahme zur geplanten Grundwasser-Erschließung bei Krugzell ab.

Die Absicht, Wasser vom Nordufer des Öschlesees zu erschließen, wurde aufgrund der Ergebnisse von Probebohrungen aufgegeben. Alternativ untersuchten die "Wassermänner" auch das Gebiet südlich von Krugzell. Das Wasser hätte von dort nach Kempten "hinaufgepumpt" werden müssen. Die damit verbundenen Kosten erschienen zu hoch, die "Nordlösung" wurde nicht realisiert.

Die Lage in Kempten spitzte sich dramatisch zu. Die maximale Gesamtfödermenge betrug 1950 rund zwei Millionen Kubikmeter pro Jahr. Der Bedarf war jedoch größer. "…, steht das Wasserwerk Kempten an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit. Der Wassermangel ist bereits so groß, dass industrielle Großabnehmer auf anderweitige Wasserversorgungen angewiesen sind."

Suche nach neuen Quellen: Im Norden der Stadt werden Probebohrungen erfolgreich durchgeführt. Die hohen Kosten verhindern eine Umsetzung.

1955 - Burgratzerschließung

Nach erfolgreichen Probebohrungen im Süden, bei Burgratz, wurden 21 Brunnen erschlossen, die zusätzlich 1,5 Millionen Kubikmeter Wasser lieferten. Endlich entspannte sich die Situation. Jetzt war es möglich die Quellen Kottern und Neudorf aufzulassen. Diese Quellen stufte das Bauamt schon 1928 - der zunehmenden Besiedlung wegen - als problematisch ein.

1964 - Probebohrungen Ortwang

Die Stadt Kempten zählte inzwischen 44300 Einwohner. Um die weiter zunehmende Nachfrage befriedigen zu können, führte das Städtische Wasserwerk Probebohrungen im Gebiet von Ortwang ca. 25 km südlich von Kempten durch. Mit Erfolg. Es wurde ein riesiges Wasserreservoir entdeckt. Allgemeines Aufatmen war die Folge, es zeichnete sich ein Ende der Wasserknappheit ab und die Planungen für den Leitungsbau begannen.

21 Quellen in Burgratz werden erschlossen; in Ortwang gibt es Probebohrungen für eine Fernwasserversorgung.


1969 - Zweckverband Fernwasser

Das Vorkommen Ortwang erwieß sich als so groß, dass neben Kempten weitere Gemeinden von dort ihr Trinkwasser beziehen konnten. Zusammen mit der Stadt gründeten sie den Zweckverband Fernwasserversorgung Oberes Allgäu.


1972 - die große Krise

Bevor die Reserven der neuen Vorkommen wirksam wurden brach im Februar 1972 in Kempten die große Wassernot aus. Ursache war das Niederschlagsdefizit in den vorangegangenen Monaten. In den Stadtteilen Rothkreuz, Thingers und Stadtweiher gab es nur noch von 6.30 Uhr bis 7.30 Uhr, von 11 Uhr bis 13 Uhr und von 17.30 Uhr bis 19 Uhr Wasser. Das Hallenbad wurde geschlossen.

Die Gemeinde Waltenhofen lieferte täglich 150 Kubikmeter Wasser, mit denen der Stadtteil Eich versorgt wurde.


Wasserkrise in Kempten Anfang der 70er Jahre. Die Stadtverwaltung ruft zum sparsamen Umgang auf; die öffentlichen Bäder sind geschlossen

1973 - der Wassermangel hat ein Ende

Mit der Fertigstellung der Leitung von Ortwang nach Kempten und der Übergabestelle Hochbehälter Steinberg (Steufzgen) waren die Engpässe beseitigt. Neben dem Fernwasser nutzte Kempten weiterhin die eigenen Quellen in Leubas, Betzigau, Fleschützen und Burgratz.

Wasserversorgung der Stadt Kempten zwischen 1950 und 1975: eine geplante Nordvariante bei Krugzell wurde aus Kostengründen fallen gelassen; die Alternative Burgratz sicherte die Versorgung für die folgenden Jahrzehnte.

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